Das Leitbild der Diakonie Akademie Wuppertal

Präambel

Die Diakonie Akademie Wuppertal steht in der Tradition und im Auftrag der diakonischen Arbeit der Evangelischen Kirche. Sie sieht sich dem Menschenbild und den Zielsetzungen der Diakonie als „gelebtem Glauben“ verpflichtet.

•    Wir orientieren uns an der Ganzheit des Menschen mit seinen physischen, psychischen, geistigen und spirituellen Bedürfnissen.

•    Wir nutzen unsere Ressourcen und den Austausch mit den Kooperationspartnern, um den gesellschaftlichen Anforderungen an die Pflege von Menschen aller Altersgruppen, offen, kritisch und innovativ über die Ausbildung begegnen zu können.

Leitbild der Schule

•    Zentrales Interesse unserer Schule ist es, den Teilnehmenden der Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Erkenntnis zu unterstützen, dass erfolgreiches Lernen Freude bereitet. Lernen ist ein allgegenwärtiger Prozess, der für das ganze Leben unverzichtbar ist.

•    Zudem verfolgen wir das Ziel die Professionalität in der Pflege zu fördern. Hierunter verstehen wir die Bereitstellung eines zukunftsorientieren Ausbildungsangebots, welches durch regelmäßige Qualitätsprüfungen fortlaufend weiterentwickelt und optimiert wird.  

•    Wir legen hohen Wert auf eine strukturierte und organisiertes Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot. Die Vermittlung des fachlichen Wissens erfolgt durch das schulinterne Curriculum in der Ausbildung und durch strukturierte Modulplanungen in der Fort- und Weiterbildung. Hierdurch entsteht ein Orientierungsrahmen, welcher als Leitlinie für die Ausgestaltung der praktischen und theoretischen Ausbildung dient. 

•    Wir setzen uns für die Teilhabe an gerechten Bildungschancen ein und unterstützen durch Kooperation mit weiteren Förderern die Möglichkeit zur Teilnahme an unserem Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogramm.

•    Wir sind eine interkulturelle Pflegeschule. Rassismus hat an unserer Schule keinen Platz. Wir setzen uns aktiv gegen die Diskriminierung betroffener Personen ein, indem wir zum Thema sensibilisieren. 

•    Lernen ist immer ein individueller Prozess. Daher orientiert sich unsere Schule an den jeweiligen Lernbedürfnissen der Teilnehmenden der Aus-, Fort- und Weiterbildung und ihrer Fähigkeit, dafür Verantwortung zu übernehmen.

•    Teilnehmende der Aus-, Fort- und Weiterbildung erhalten Orientierung und Unterstützung auf ihren eigenen Lernwegen und im klärenden Umgang mit Fehlern, damit das Vertrauen in das eigene Wachsen stark werden kann.

•    Die Teilnehmenden der Aus-, Fort- und Weiterbildung werden von den Mitarbeitenden der Pflegeschule in Ihrer persönlichen Selbstentfaltung unterstützt, indem mit Ihnen gemeinsam Lösungsprozesse für die Umsetzung Ihrer beruflichen Tätigkeit entwickelt werden.  

•    Ein verantwortungsvolles Miteinander setzt eine offene und angstfreie Kommunikation voraus, die ebenso die Möglichkeit zur kritischen Reflexion und konstruktiven Kritik zulässt. Hierdurch streben wir eine transparente Lernkultur für die Teilnehmenden der Aus-, Fort- und Weiterbildung an. 

•    Die Auszubildenden erfahren in unserer Schule, dass sich Lernen im Rahmen gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung vollzieht. Dieser Rahmen beinhaltet das Lernen voneinander und schließt sowohl alle an der Aus-, Fort- und Weiterbildung beteiligten Personen ein.

•    In unserer pädagogischen Arbeit unterstützen wir Mitarbeitenden der Pflegeschule einander, schaffen Vertrauen und Transparenz durch gegenseitigen Informationsaustausch und sorgen somit für eine transparente Arbeitsweise. 

•    Wir Mitarbeitenden der Diakonie Akademie tragen eine Vorbildfunktion und nehmen selbst an Fort- und Weiterbildungen teil. Somit stellen wir sicher, dass die zu vermittelnden Unterrichtsinhalte auf dem aktuellen und evidenzbasiertem Wissenstand sind.    

 

 

Pädagogisches Leitbild der Diakonie Akademie Wuppertal

 

Das pädagogische Leitbild orientiert sich an der Qualitätspolitik der Diakonie Akademie Wuppertal (QM-Handbuch der Diakonie Akademie Wuppertal, 2012).

Gesellschaftlicher Auftrag und Werteorientierung

•    Gemäß dem Leitbild der Diakonie achten wir die Würde des Einzelnen und setzen uns für seine Partizipation an gerechten Lebens- und Bildungschancen ein. Wir stärken und fördern unsere Ausbildenden in der beruflichen Ausbildung und bieten ihnen die Möglichkeit zu christlicher Werteorientierung.

•    Wir orientieren uns an der Ganzheit des Menschen mit seinen physischen, psychischen, geistigen und spirituellen Bedürfnissen. 

•    Wir nutzen unsere Erfahrungen in der Ausbildung, um den Herausforderungen einer sich entwickelnden modernen Gesellschaft und den damit einhergehenden Veränderungen in der Pflege kreativ und innovativ begegnen zu können. 

Bildungsverständnis

„Bildung muss heute als selbständig erarbeiteter und personal verantworteter Zusammenhang dreier Grundfähigkeiten verstanden werden. Als Fähigkeit zur:

•    Selbstbestimmung jedes Einzelnen über seine individuellen Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer, religiöser Art,

•    als Mitbestimmungsfähigkeit, insofern jeder und jede Anspruch, Möglichkeit und Verantwortung für die Gestaltung unserer gemeinsamen kulturellen, ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse hat,

•    als Solidaritätsfähigkeit, insofern der eigene Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung nur gerechtfertigt werden kann, wenn er nicht nur mit der Anerkennung, sondern mit dem Einsatz für diejenigen und dem Zusammenschluss mit ihnen verbunden ist, denen eben solche Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterprivilegierung, politischer Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden.“ (Klafki 1996, S. 52)

•    Bildung muss, sofern das Grundrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit‘ gewährleistet werden soll, als Bildung in allen Grunddimensionen menschlicher Fähigkeiten verstanden werden, also als Bildung
-    der kognitiven Fähigkeiten,
-    der handwerklich-technischen und der hauswirtschaftlichen Produktivität,
-    der Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungsmöglichkeiten (…) der Sozialität des Menschen,
-    der Fähigkeit zum lustvollen und zugleich verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Leib,
-    der ästhetischen Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Urteilsfähigkeit, schließlich 
-    und nicht zuletzt der ethischen und politischen Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. (vgl. Klafki 1996)

Verständnis von Professionalität in der Pflege

Auf der Basis des christlichen Menschenbildes betrachten wir jeden Menschen als einzigartig, ihm steht unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion, Ethnizität, gesellschaftlichem Ansehen und Einkommen eine qualitativ hochwertige Pflege zu. Diakonisches Handeln und Professionalität sind für uns untrennbar miteinander verbunden.

•    Beruflich ausgeübte Pflege setzt ein, wenn Menschen Hilfe und Unterstützung bei der Gestaltung und Bewältigung ihres täglichen Lebens benötigen. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig und können im körperlichen, seelisch-geistigen Bereich oder in den sozialen Bezügen eines Menschen begründet sein.

•    Pflegerisches Handeln orientiert sich dabei an Pflegemodellen, basiert auf Ergebnissen der Pflegewissenschaften und erfolgt daher theoriegeleitet, systematisch, zielgerichtet und am individuellen Bedarf des pflegebedürftigen Menschen.

•    Der Beziehungsprozess zwischen beruflich Pflegenden und ihren Kunden ist Fundament jeden pflegerischen Handelns. 

•    Beruflich ausgeübte Pflege unterstützt und begleitet Menschen aller Altersgruppen und deren Bezugspersonen in verschiedenen Lebenssituationen bei der Auseinandersetzung und bei der Bewältigung von Beeinträchtigung, Behinderung, Krankheit, Sterben und Tod. Sie umfasst somit präventives, kuratives, rehabilitatives und palliatives Handeln und schließt den Bereich der Beratung und Gesundheitsförderung ein.

•    Ihr Ziel ist die Erhaltung und Förderung der Fähigkeiten des pflegebedürftigen Menschen unter Einbeziehung von Angehörigen und nahestehenden Personen. 

•    Im Interesse der Kunden besteht aus einem professionellen Verständnis heraus eine kooperative Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.

•    Professionelle Pflege erfordert von Pflegenden ein hohes Maß an beruflicher Handlungskompetenz im Sinne von Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz.